Der Wüstenfuchs (fennecus zerda)


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von Michele C. Klymiuk

  Systematik   |   Sinnesleistungen   |   Nahrung   |   Verhalten   |   Fortpflanzung   |   Wärmeregulation
 

Systematik

Sie ist vergleichbar mit der des Rotfuchses, somit ist der Fennek wie folgt in die Systematik einzuordnen:
Gattung Füchse (vulpes), Ordnung Hundeartige (Canidae), Überordnung Raubtiere (Carnivorae), Unterklasse Plazentatiere (Eutheria), Klasse Säugetiere (Mammalia), Unterstamm Wirbeltiere (Vertebreta), Stamm der Chordatiere (Chordata).

 

Gestalt

Der Wüstenfuchs ist der kleinste Vertreter rezenter Fuchsarten. Er wiegt höchstens 1,5kg bei einem Widerrist von 20cm. Die Kopf-Rumpflänge beträgt um die 45cm, bis zur Schwanzspitze sind es weitere 20cm. Er besitzt ein nahezu strichfreies Fell von hellgrauer bis gelblicher Farbe. Das Fell bildet in den Ohren eine Art Filter gegen Staub und Sand. Die behaarten Fußsohlen dienen dem Schutz vor dem heißen Sandboden und geben zusätzlich halt.

Er ist in der nördlichen Sahara und teils im Mittleren Osten in Wüstenregionen zu finden, sowie auf der arabischen Halbinsel.

 

Nahrung

Wie alle Fuchsarten kann man auch den Wüstenfuchs als Allesfresser bezeichnen:
Zu seinem Speiseplan gehören Nager, Echsen (Skinke, Glattechsen), Vögel, Insekten, Schlangen, Skorpione, Früchte (Datteln, Melonen aus Oasen) und Pflanzen. Aus seiner Nahrung bezieht der Fennek auch den größten Teil seines Wasserbedarfes, zum Trinken kommt er nur selten. Der Urin ist hoch konzentriert um dem Wasserverlust entgegenzuwirken.

 

Verhalten

Der Wüstenfuchs ist Dämmerungsaktiv – also Morgens und Abends. Wohl weniger wie der Rotfuchs wegen der Scheu vor dem Menschen, als vielmehr wegen der intensiven Mittagshitze. In dieser Zeit befindet sich der Fennek – wie auch Nachts – in seinem Erdbau.

Es wurde schon beobachtet dass sich Wüstenfüchse in kleinen Familiengruppen zusammentun.

 

Fortpflanzung

Wie bei den anderen Füchsen auch läuft die Partnersuche und Paarung im Frühjahr (Januar – März) statt. Die Fähe trägt ca. 50 Tage und wirft schließlich 2-4 Junge. Die Welpen öffnen mit zwei Wochen (12-13 Tage) die Augen und beginn dann auch schon neben der Muttermilch feste Nahrung aufzunehmen. Nach neun Monaten trennt sich der Jungfuchs von den Elterntieren.

 

Wärmeregulation

Auffällig aber typisch für Wüstenbewohner sind die ausgesprochen großen Ohren, wie beim Wüstenfuchs, dem Wüstenigel und dem Eselhase. Die großen Ohren dienen der Thermo- oder Hitzeregulation. Durch ein Erweitern der Blutgefäße in den Ohren werden diese stärker Durchblutet um demzufolge überschüssige Wärme abzugeben (der Elefant macht es übrigens genauso), die verstärkte Durchblutung der Extremitäten führt ähnliches bei. Aber der Wüstenfuchs hat noch weitere Mechanismen um mit der Wärme fertig zu werden: So „hitzt“ sich der kleine Fuchs durch seinen eigenen Stoffwechsel 33 Prozent weniger auf als von einem Säuger dieser Größe und Gewicht zu erwarten wäre. Auch ist die Herzfrequenz mit durchschnittlichen 118 Schlägen pro Minute 40 % geringer als zu erwarten wäre. Um weiter Wärme abzugeben beginnt auch der Fennek, wie bei Hundeartigen üblich, bei ca. 35°C zu hecheln, wobei er erst bei 38°C mit weit geöffnetem Maul maximal hechelt, mit bis zu 690 Atemzügen pro Minute statt 23 normal. Dabei ist die Zunge soweit eingerollt, dass nicht zu viel Flüssigkeit über die Zunge verloren geht. Ebenso kann der Fennek seine Standardkörpertemperatur von 38,2°C auf 40,9°C erhöhen, um ein Schwitzen, was einen Wasserverlust bedeuten würde, soweit wie möglich herauszuzögern. Alle hundeartigen Tiere können wie bekannt nicht „auf der Haut“ – also unter dem Fell schwitzen, wenn überhaupt geht dies nur an den Füßen und über die Kühlung der Zunge beim Hecheln.
Der Wüstenfuchs beginnt bereits bei Temperaturen von unter 20°C zu frieren.

Im Weiteren ist noch zu nennen das die Fellfarbe ebenfalls einen wichtigen Faktor bei der Thermoregulation dient, denn eine helle Fellfarbe, wie sie der Wüstenfuchs besitzt, absorbiert weitaus weniger Wärme als ein dunkles Fell. Auch zum Schutz der Augen sind diese bei den Wüstenbewohnern besonderst stark pigmentiert.

 

Verwendete Literatur: (3), (6), (9), (11)

Der Inhalt und das Design sind urheberrechtlich geschützt! (C) Michele C. Klymiuk 2007. Weitere Informationen im Impressum. Letzte Änderung: 15.02.2007